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Enem: Wie körperliche Aktivität die Prüfungsvorbereitung unterstützt

Junger Mann mit Sportschuhen dehnt sich auf Balkon, neben ihm Rucksack, Wasserflasche und Bücher.

Mit dem näher rückenden Exame Nacional do Ensino Médio (Enem) verbringen Schülerinnen und Schüler häufig viele Stunden mit Lernen, Stoffwiederholung und der Anspannung vor dem Prüfungstag. In dieser Phase kann es neben einem gut strukturierten Vorbereitungsplan auch sinnvoll sein, den Körper in Bewegung zu halten, um Energie und Wohlbefinden zu fördern.

Laut Igor Bonelli, Koordinator des Studiengangs Sportwissenschaft an der Faculdade Anhanguera, ist regelmässige körperliche Aktivität mit wichtigen Vorteilen für die körperliche und psychische Gesundheit verbunden und kann den Lernalltag indirekt unterstützen. Entscheidend sind jedoch die Belastungsintensität und der Zeitpunkt des Trainings – besonders in den Tagen vor der Prüfung.

„Körperliche Bewegung kann helfen, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und das Gefühl von Energie zu steigern – Faktoren, die im Lernalltag einen Unterschied machen. Es ist jedoch nicht ratsam, kurz vor einer wichtigen Prüfung eine neue Sportart auszuprobieren oder ein sehr intensives Training zu absolvieren. Idealerweise bleibt der Schüler bei einer Routine, an die er bereits gewöhnt ist“, erklärt er.

Körperliche Aktivität unterstützt die psychische Gesundheit vor der Prüfung

Der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitiven Funktionen wird in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen untersucht. Bewegung kann physiologische Veränderungen auslösen, die die Gehirnfunktion begünstigen. Wird sie regelmässig in den Alltag integriert, steht sie mit positiven Effekten auf Aspekte wie Aufmerksamkeit, Stimmung und Schlafqualität in Verbindung.

Für Menschen, die sich auf den Enem vorbereiten, bedeutet das: Sport sollte nicht als Methode betrachtet werden, um die Prüfungsnote zu erhöhen. Vielmehr gehört er zu einem ausgewogenen Alltag, der wichtige Voraussetzungen für das Lernen und die Prüfung schaffen kann.

„Wir können nicht behaupten, dass Sport unmittelbar vor dem Enem automatisch ein besseres Ergebnis sichert. Entscheidend sein kann der Aufbau einer gesunden Routine während der gesamten Vorbereitungszeit – mit körperlicher Aktivität, ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung und Erholungsphasen“, betont Igor Bonelli.

Welche körperliche Aktivität ist am Tag vor dem Enem geeignet?

Am Vortag der Prüfung sollten abrupte Änderungen der gewohnten Abläufe vermieden werden. Wer bereits Sport treibt, kann einen leichten Spaziergang, Dehnübungen oder eine andere niedrig intensive Bewegungsform wählen, um aktiv zu bleiben und die Entspannung zu fördern. Sehr anstrengende Trainingseinheiten können dagegen, insbesondere bei Ungeübten, Muskelermüdung, Schmerzen und Dehydrierung verursachen sowie die Erholung beeinträchtigen.

„Der Schüler muss kein hartes Training absolvieren, um von körperlicher Aktivität zu profitieren. Am Vortag sollte es darum gehen, den Körper in Bewegung zu halten, ohne übermässige Erschöpfung zu erzeugen. Ein leichter Spaziergang oder eine Aktivität, die ohnehin zum Alltag gehört, kann geeigneter sein“, rät der Experte.

Worauf es ankommt, um gut zur Prüfung zu erscheinen

Am Tag des Enem sollte es oberste Priorität haben, ausgeruht anzukommen und genügend Zeit einzuplanen, damit vor der Prüfung keine Stresssituationen entstehen. Wer es gewohnt ist, morgens Sport zu treiben, kann eine leichte Aktivität in den Tagesablauf einbauen – vorausgesetzt, sie beeinträchtigt weder den Prüfungstermin noch führt sie zu Erschöpfung.

Igor Bonelli empfiehlt ausserdem, in den Tagen vor der Prüfung auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Schlaf zu achten. „Eine wirksame Vorbereitung findet nicht nur am Schreibtisch statt. Erholung und die Pflege des Körpers gehören ebenfalls zu diesem Prozess. Am wichtigsten ist es, Übertreibungen zu vermeiden und Gewohnheiten beizubehalten, die der Schüler bereits kennt“, schliesst er.

Von Luana Figueiredo

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