Wer sich beim Nagellack besonders Mühe gibt und dann nach nur zwei Tagen eine abgesplitterte Nagelspitze entdeckt, kennt diese Enttäuschung. Dabei kann ein einfacher, beinahe unauffälliger Handgriff die Haltbarkeit einer Maniküre zu Hause deutlich verbessern.
Die Schwachstelle des Nagels
Die Spitze des Nagels, auch freie Nagelkante genannt, wird im Alltag am stärksten beansprucht. Schon beim Tippen, Öffnen einer Verpackung oder Greifen in die Handtasche ist sie Stößen ausgesetzt.
Anders als der übrige Nagel ist diese Kante nicht mit der Haut verbunden und kann sich eigenständig bewegen. Deshalb hält der Nagellack in der Nagelmitte meist gut, während er ausgerechnet an der Spitze zuerst abplatzt.
- Kritischer Bereich: Die freie Nagelkante ist der Teil des Nagels, der täglichen Stößen und Reibung besonders stark ausgesetzt ist.
- Ständige Belastung: Tippen, Gläser öffnen und Händewaschen nutzen den Nagellack mehrmals täglich ab.
- Wasser und Seife: Häufiger Kontakt damit kann die Haftung des Produkts an der Nagelspitze schwächen.
- Versiegelung: Wird auch die Nagelkante lackiert, entsteht rund um den Nagel eine schützende Barriere.
- Auffrischung: Wer den Überlack alle paar Tage erneut aufträgt, verlängert die Wirkung der Maniküre.
Aus dem Manikürestudio für zu Hause
Professionelle Maniküre-Fachkräfte lassen diesen Schritt nur selten aus, auch wenn sie den Grund nicht immer erläutern. Entscheidend ist, die Nagelspitze als festen Bestandteil des Auftragens zu sehen und nicht als nebensächliches Detail zum Schluss.
Für diesen Handgriff zu Hause sind weder besondere Werkzeuge noch teurer Nagellack nötig. Es reicht, die Pinselbewegung so anzupassen, dass der schmale Bereich erfasst wird, der beim Lackieren oft ausgelassen wird.
Das Versiegeln der Nagelspitze verändert den Nagellack
Diese Methode heißt Versiegelung der Nagelspitze: Der Pinsel wird nicht nur über die obere Nagelfläche geführt, sondern auch über die abgeschnittene Kante. So entsteht eine Art Schutzschicht, die den gesamten Nagel umschließt.
Versiegelung in drei Schichten
So geht es Schritt für Schritt
Nach dem Unterlack den Finger leicht drehen und mit dem Pinsel waagerecht über die Nagelspitze streichen, sodass die Schnittkante bedeckt wird.
Diesen Vorgang bei jeder Farbschicht sowie beim Überlack wiederholen. Vor dem nächsten Schritt sollte jede Lage immer vollständig trocknen.
Dadurch hält die Maniküre Wasser, Seife und kleinen Stößen des Alltags besser stand. Bis die erste Stelle absplittert, vergeht auf diese Weise meist deutlich mehr Zeit.
Weniger Aufwand für Nagellack-Fans
Hält eine Maniküre länger, muss sie nicht jede Woche komplett von vorn gemacht werden. Das spart tatsächlich Nagellack, Watte, Nagellackentferner und vor allem Geduld.
Gepflegt aussehende Nägel bleiben zudem länger alltagstauglich. Ein schneller Notfallausbesserungstermin vor dem Verlassen des Hauses wird damit überflüssig.
Kleine Gewohnheiten für Nägel mit haltbarem Nagellack
Saubere, trockene und vor dem Lackieren leicht gefeilterte Nägel nehmen das Produkt besser auf. Nagelhautöl zur Pflege und ein alle paar Tage erneuerter Glanz helfen zusätzlich dabei, dass die Versiegelung länger hält.
Am Ende liegt der Unterschied zwischen Nagellack, der zwei Tage hält, und einem, der zwei Wochen hält, in einer kleinen, fast unsichtbaren Bewegung mit großer Wirkung für die nächste Maniküre.
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