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Nivea-Creme: Dermatologen sagen, ob die blaue Creme gut oder schlecht für die Haut ist

Frau trägt Hautcreme auf den Handrücken auf, Arzt untersucht Haut mit Lupe im Beratungsgespräch.

Wer kennt die Nivea-Creme nicht? Mit fast 4 Millionen jährlich verkauften Dosen zählt sie zu den beliebtesten Kosmetikprodukten in Frankreich. Doch ist sie gut oder schlecht? Dermatologen haben darauf nun eine eindeutige Antwort gegeben – und sind sich einig.

Seit mehr als einem Jahrhundert gehört sie zur Ausstattung französischer Badezimmer. Der blaue Metalldöschen mit seinem unverwechselbaren Duft hat Generationen begleitet: Großmütter, Mütter und Töchter in ihrer täglichen Pflegeroutine. Allein 2023 wurden in Frankreich mehr als 3,6 Millionen Dosen verkauft, was zeigt, dass dieser zeitlose Klassiker bei Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin hoch im Kurs steht. Trotz dieser Beliebtheit wird in Diskussionen und sozialen Netzwerken immer wieder gefragt: Ist die blaue Nivea-Creme gut oder schlecht für die Haut? Dermatologen haben die Frage nun beantwortet.

Um eine verlässliche Einschätzung abzugeben, nahmen sie die Zusammensetzung der Creme unter die Lupe. In einem Punkt herrscht Einigkeit: Sie erfüllt, was sie verspricht. Abseits der Kontroversen, die einige Influencer auf TikTok befeuern, bewerten Hautfachleute das Kultprodukt als das, was es ist: eine einfache, wirksame Feuchtigkeitspflege, die von den meisten Hauttypen sehr gut vertragen wird.

Zusammensetzung der blauen Nivea-Creme

Zu den Stärken der blauen Nivea-Creme zählt ihre unkomplizierte und wirksame Rezeptur. Sie basiert auf einigen zentralen Bestandteilen: Wasser, Mineralöl, Glycerin, Sheabutter, Cetearylalkohol, Paraffin, Lanolin und Duftstoffen. Diese kurze Inhaltsstoffliste, die seit 1911 nahezu unverändert ist, trägt zu ihrer Zuverlässigkeit bei. Besonders wichtig ist Glycerin: Der Stoff ist weder reizend noch allergieauslösend und verleiht der Haut Geschmeidigkeit und ein weiches Gefühl. Sheabutter wirkt feuchtigkeitsbindend und beruhigend, insbesondere in der kalten Jahreszeit oder bei trockenen Hautstellen.

Allerdings sorgt das enthaltene Paraffin immer wieder für Diskussionen. Dieser Erdölderivat wird häufig kritisiert. Sämtliche Studien zeigen jedoch, dass es bei äußerlicher Anwendung auf der Haut keinerlei Gesundheitsrisiko darstellt.

Was Dermatologen an der Nivea-Creme befürworten – und einschränken

Dermatologen erkennen der blauen Nivea-Creme eine feuchtigkeitsspendende Wirkung zu. Sie schützt die Haut vor äußeren Einflüssen und beugt trockener Haut wirksam vor, vor allem an rauen Partien wie Ellbogen, Knien oder Fersen. Klinische Studien bestätigen ihre gute hydratisierende Wirkung.

Die Fachleute relativieren ihre positive Bewertung jedoch. Zwar versorgt die Formel die Haut wirksam mit Feuchtigkeit, innovative Wirkstoffe bietet sie aber nicht: weder starke Antioxidantien noch sanfte Peelingsäuren oder tiefenwirksame reparierende Inhaltsstoffe. Ihr Zweck beschränkt sich auf grundlegende Feuchtigkeitsversorgung und den Erhalt der Hautgeschmeidigkeit.

Wie das Magazin Marie France unter Berufung auf den Apotheker Roger Nebot erklärt, wurde die Creme zudem nicht entwickelt, um Alterungsprozesse gezielt zu beeinflussen: „Die Nivea aus der blauen Dose ist keine schlechte Creme, aber auch keine Anti-Aging-Creme.“ Ihre Funktion besteht folglich darin, eine schützende Barriere zu bilden und sofortigen Komfort zu schaffen, ohne Falten in der Tiefe zu behandeln, erläutern die Kollegen.

Für welche Hauttypen die Creme weniger geeignet ist

Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut wird die Nivea-Creme von Dermatologen nicht empfohlen, da ihr okklusiver Effekt problematisch sein kann. Bei sehr fettiger oder zu Akne neigender Haut können die reichhaltige Textur und die abdichtenden Inhaltsstoffe die Bildung von Komedonen, also Mitessern, begünstigen oder die Talgproduktion sogar verstärken. Auch die Duftstoffe der Creme können Menschen mit sehr empfindlicher oder zu Ekzemen neigender Haut reizen. Darüber hinaus enthält sie allergieauslösende Bestandteile, weshalb Allergikerinnen und Allergiker vorsichtig sein sollten.

Abgesehen von solchen besonderen Fällen wird die Nivea-Creme von Dermatologen daher empfohlen. Mit einem Preis von etwa 3 Euro bleibt sie eine der für die breite Öffentlichkeit am leichtesten zugänglichen Feuchtigkeitscremes. Sie sollte jedoch nicht als einzige Pflege oder Behandlung der Haut betrachtet werden. Bei Unsicherheiten oder Hautproblemen raten Dermatologen grundsätzlich zu einer ärztlichen Beratung.

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