Der Glanz, der wie eine Lackschicht wirkt, entsteht tatsächlich durch das Polieren des eigenen Nagels. Die als japanische Maniküre oder P.Shine-Methode bekannte Behandlung verbindet eine kosmetische Paste, ein Abschlusspuder und sanfte Bewegungen. So entsteht eine glatte, seidig schimmernde Oberfläche – ganz ohne Farbe, Gel oder Aushärtung unter einer UV-Lampe.
Was ist die japanische Maniküre?
Bei dieser Methode steht das natürliche Erscheinungsbild der Nagelplatte im Mittelpunkt. Statt den Nagel zu überziehen, arbeitet die Fachkraft Produkte ein, deren Inhaltsstoffe je nach Marke variieren können, darunter Siliziumdioxid, Glycerin, Ceramide, Öle, Wachse und Vitamin E. Anschliessend wird die Oberfläche poliert, bis sie einen perlmuttartigen Schimmer erhält.
Dadurch sehen die Nägel meist gleichmässiger, rosiger und glänzender aus, ohne dass Lack absplittern kann. Der Hersteller des P.Shine-Systems bezeichnet die Anwendung selbst als Pflege für Naturnägel. Belastbare Belege dafür, dass die Nährstoffe die Nagelplatte „von innen heraus“ wiederaufbauen können, gibt es jedoch nicht.
Wie entsteht der Glanz ohne Nagellack?
Die Paste gleicht winzige Unebenheiten vorübergehend aus und bildet einen pflegenden Film auf dem Nagel. Mit dem Polierer wird das Produkt verteilt und die Oberfläche geglättet, sodass das Licht gleichmässiger reflektiert wird. Das anschliessend aufgetragene Puder verstärkt den seidigen Effekt und kann das raue Gefühl verringern.
Dieser Effekt ist überwiegend kosmetischer Natur. Der sichtbare Teil des Nagels besteht aus Keratin ohne Stoffwechselaktivität und kann Nährstoffe nicht wie lebendes Gewebe aufnehmen. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe können zwar Flexibilität und Aussehen verbessern, ein tatsächlich neuer Nagel wächst jedoch aus der unter der Haut liegenden Nagelmatrix nach.
Wie wird das Ritual der japanischen Maniküre durchgeführt?
Die Behandlung beginnt mit sauberen, vollständig trockenen Nägeln. Das Polieren sollte behutsam erfolgen, ohne zu viel Druck oder wiederholtes Bearbeiten derselben Stelle. Bei dünnen, schmerzempfindlichen Nägeln oder direkt nach der Entfernung von Gel sollte die Empfindlichkeit zunächst abklingen, bevor die Methode angewendet wird.
- Lackreste entfernen und die Nagelspitzen mit einer feinen Feile formen.
- Eine kleine Menge der Paste auf jeden Nagel geben.
- Mit dem Polierer sanft arbeiten, ohne die Oberfläche zu erwärmen oder auszudünnen.
- Das Abschlusspuder auftragen, bis ein gleichmässiger Glanz entsteht.
- Zum Schluss Nagelhaut und die Haut rund um die Nägel mit Feuchtigkeit versorgen.
Es ist weder nötig, die Finger lange einzuweichen, noch die Nagelhaut tief zu entfernen, denn sie dient als schützende Barriere. Die verwendeten Werkzeuge müssen sauber sein und dürfen nicht ohne fachgerechte Sterilisation gemeinsam benutzt werden – insbesondere, wenn bei der Pflege kleine Verletzungen entstehen könnten.
Sehen Sie sich das vom YouTube-Kanal Bernadete Terracciano geteilte Video an, das die Technik der japanischen Maniküre und ihre Durchführung zeigt.
Stärkt die Technik die Nägel wirklich?
Das Erscheinungsbild kann sich sofort verbessern, während feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe trockenen Nägeln zu mehr Geschmeidigkeit verhelfen können. Eine in Dermatology and Therapy veröffentlichte Übersichtsarbeit erkennt Feuchtigkeitspflege und topische Produkte als Bestandteile der Pflege brüchiger Nägel an, wobei die Behandlung von der jeweiligen Ursache für Abbrechen oder Abschälen abhängt.
Zu intensives Polieren kann allerdings Keratinschichten abtragen und den Nagel dünner machen. Bei Flecken, Ablösungen, Schmerzen, Entzündungen oder anhaltenden Veränderungen sollte eine dermatologische Praxis aufgesucht werden: Pilzinfektionen, Dermatitis und andere Erkrankungen können wie blosse Nagelbrüchigkeit aussehen. Das Überdecken eines Problems ersetzt keine angemessene Untersuchung.
Lohnt es sich, Gel durch die japanische Maniküre zu ersetzen?
Wer eine Pause von Nagellack und Verlängerungen einlegen möchte, erhält mit dieser Technik ein dezentes Ergebnis mit geringem Pflegeaufwand. Studien und dermatologische Empfehlungen weisen darauf hin, dass wiederholte Gelanwendungen und aggressive Entfernungsmethoden mit dünner werdenden, sich abschälenden und brechenden Nägeln verbunden sein können. Phasen ohne Beschichtung können daher eine interessante Wahl sein.
Entscheidend ist, aus einer sanften Pflege keine weitere Belastung zu machen. Verwenden Sie gekennzeichnete Produkte, üben Sie nur wenig Druck aus und berücksichtigen Sie die Erholungszeit der Nägel. Achten Sie jetzt auf jede Veränderung und brechen Sie die Behandlung bei Schmerzen oder Reizungen ab, denn schöner Glanz sollte immer mit gesunden Nägeln einhergehen.
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