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Pickle: Das Airbnb für Kleidung und Accessoires

Frau steckt Kleidung in Tasche in hellem Raum mit Fahrrad, Kleidung auf Ständer und Smartphone auf Tisch.

Warum ein Designerkleid für 1000 Euro kaufen, wenn Sie es für einen Abend für 50 Euro mieten können? Pickle hat sich zum Airbnb für Kleidung und Accessoires entwickelt. Einige Nutzerinnen, die ihren Kleiderschrank auf der Plattform anbieten, erzielen damit inzwischen besonders lukrative Einnahmen.

Nach dem Kauf gebrauchter Kleidung auf Vinted hat das „Peer-to-Peer“-Modell nun auch die Vermietung erobert. Weshalb kaufen, wenn Mieten möglich ist? Pickle wurde 2022 in New York gegründet und möchte Kleiderschränke in echtes „Closet Sharing“ für kurzfristige Vermietungen verwandeln. Auf der einen Seite lässt sich die eigene Garderobe monetarisieren, auf der anderen sparen Kundinnen und Kunden Geld, weil sie ein Kleidungsstück nicht kaufen müssen, das sie möglicherweise nur ein einziges Mal tragen würden. Zugleich bietet das Konzept die Möglichkeit, bei Abendveranstaltungen nie zweimal dasselbe Kleid anzuziehen.

Mit zwei umfangreichen Finanzierungsrunden zwischen 2023 und 2025 – zunächst 8 Millionen, dann 12 Millionen Dollar – will Pickle das Nutzungserlebnis weiter verbessern. In der App läuft alles reibungslos: Vermietungen werden schnell abgewickelt, Lieferungen sind noch am selben Tag möglich, und das Unternehmen übernimmt Logistik, Reinigung sowie die Absicherung der Transaktionen. Der Name der Anwendung leitet sich übrigens von der englischen Redewendung „in a pickle“ ab. Sie beschreibt eine peinliche oder schwierige Lage – etwa dann, wenn dringend ein passendes Outfit benötigt wird.

Pickle: Vermietung mit Lieferung am selben Tag

Das Beispiel der Pickle-Nutzerin Kat Friday

Ein Bericht von Fortune zeigt, dass das Geschäft für manche Nutzerinnen inzwischen ausgesprochen ernst geworden ist: Sie verdienen mit ihrer Garderobe Geld und investieren gezielt in deren Ausbau. Natürlich fallen die Summen in New York und den USA deutlich höher aus, doch sie wirken dennoch beeindruckend. Das Magazin stellte Kat Friday vor, die beim Finanzunternehmen Marqeta beschäftigt ist. Als sie Pickle 2025 über TikTok entdeckte, „hätte sie nicht gedacht, dass die Eröffnung eines eigenen Kontos in der App zu etwas führen würde“.

Die Frau, die sagte: „Mode ist nicht mein Ding, ich trage immer Schwarz“, erkannte schnell das Potenzial. Ihr erstes angebotenen Objekt war kein Kleidungsstück, sondern eine Kamera, eine Canon G7 X. „Ich benutze sie nie, und die Leute lieben sie“, erklärte sie und ergänzte: „Okay, ich werde weitere Artikel online stellen“. Danach beschloss sie, trendige Kleidung nicht für den eigenen Gebrauch zu kaufen, sondern gezielt für die Vermietung über die Plattform.

Strategische Investitionen für die Kleidervermietung

Ihre „Investitionsstücke“ wählte sie dabei sehr gezielt aus. Da über Pickle auch Kleidung gekauft werden kann, schaute Kat Friday auf die erfolgreichsten Profile ihrer Region und erwarb deren gefragteste Stücke. Nach 8 Monaten gehörte sie zu den erfolgreichsten Anbieterinnen: Ihre Inserate bringen ihr monatlich 7 000 Dollar ein. Die Garderobe zog inzwischen aus ihrer Wohnung in einen 9 Quadratmeter großen Lagerraum um. Obwohl die App die Vermietungsabläufe vollständig betreut, berichtete Kat Friday, dass sie eine Arbeitskraft einstellen wolle, um die wöchentlich etwa 25 bis 30 Bestellungen besser verwalten zu können.

Ein Einstieg in die Luxuswelt

Im Juni erklärte Brian McMahon, Mitgründer der Plattform, dass ein Pickle-Nutzer in einem einzigen Monat sogar mehr als 30 000 Dollar erzielt habe. Er bezeichnete die App als „das Airbnb für Gegenstände, die Ihnen gehören“. Dabei geht es nicht ausschließlich um Kleidung, auch wenn diese zusammen mit Accessoires wie Hüten den Großteil der Inserate ausmacht. Für einige Nutzerinnen und Nutzer sei die Plattform zudem eine Möglichkeit, Produkte vor einem Kauf auszuprobieren, erklärte der Mitgründer gegenüber Fortune.

„Wir stellen fest und hören von den Nutzern, insbesondere von der Generation Z, dass Pickle zu einem Einstieg in die Luxuswelt wird. Das Mieten über Pickle ermöglicht es ihnen, einen Designer bei unterschiedlichen Anlässen kennenzulernen und sich vor einem Kauf auf dem Markt eine Meinung über Schnitt, Qualität und Preis zu bilden.“

Als Plattform für den Wiederverkauf gebrauchter Artikel tritt Pickle gegen einen in den USA bereits etablierten Konkurrenten an: Poshmark. Gerade die Vermietung hebt die App ab, ebenso wie der hohe Anteil wertvoller Stücke. Poshmark listet dagegen Angebote aller Art – ähnlich wie Vinted in Europa.

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