Skip to content

Entzündetes Piercing: Symptome, Pflege und wann ärztliche Hilfe nötig ist

Junger Mann sitzt am Fenster und hält sich ein Taschentuch an die Nase, um sich zu schnäuzen.

Ein frisch gestochenes Piercing kann in den ersten Tagen etwas empfindlich, gerötet und geschwollen sein. Nehmen die Schmerzen jedoch zu oder treten Wärme und Ausfluss auf, ist Vorsicht geboten. Verläuft die Heilung nicht wie erwartet, kann umsichtiges Handeln verhindern, dass sich aus einer einfachen Reizung eine schwerwiegendere Infektion entwickelt – insbesondere bei Piercings im Knorpel.

Woran erkennt man ein entzündetes Piercing?

Während der Heilungsphase können eine leichte Druckempfindlichkeit, geringe Schwellungen und eine kleine helle Kruste auftreten. Diese Beschwerden sollten mit der Zeit nachlassen. Breitet sich die Rötung dagegen aus, werden die Schmerzen stärker, fühlt sich die Stelle deutlich warm an oder tritt dickflüssiges Sekret aus, sollte sie genauer untersucht werden.

Nach Angaben des britischen National Health Service können weisser, gelber oder grünlicher Eiter, Blutungen, Schüttelfrost und allgemeines Unwohlsein auf eine Infektion hindeuten. Auch die American Academy of Dermatology rät zu ärztlicher Hilfe, wenn Schmerzen, Schwellungen oder Ausfluss nicht rasch abklingen, da möglicherweise verschreibungspflichtige Medikamente erforderlich sind.

Was sind die fünf wichtigsten Pflegemassnahmen?

Waschen Sie Ihre Hände mit Wasser und Seife, bevor Sie den Schmuck berühren. Behandeln Sie die Einstichstelle vorsichtig: Nicht ausdrücken, Krusten nicht abziehen und den Schmuck nicht wiederholt drehen. Um Reizungen und Verunreinigungen während der Heilung zu verringern, sollten Sie sich auf diese fünf Massnahmen konzentrieren:

  • Waschen Sie die Hände, bevor Sie das Piercing anfassen.
  • Reinigen Sie die Stelle mit steriler Kochsalzlösung.
  • Tupfen Sie sie vorsichtig mit Gaze oder sauberem Einwegpapier trocken.
  • Vermeiden Sie Reibung, angesammelten Schweiss und enge Kleidung.
  • Lassen Sie den Schmuck an Ort und Stelle, bis Sie fachkundige Anweisungen erhalten.

Die Reinigung kann ein- bis zweimal täglich erfolgen, jedoch nicht übermässig oft, denn ständiges Waschen reizt die Haut ebenfalls. Mischen Sie keine Kochsalzlösung selbst an, wenn keine korrekten Mengenangaben und hygienischen Bedingungen gewährleistet sind: Eine falsche Konzentration kann brennen oder die Einstichstelle verunreinigen. Verwenden Sie stattdessen gebrauchsfertige sterile Kochsalzlösung.

Was sollte nicht auf die Stelle aufgetragen werden?

Alkohol, Wasserstoffperoxid, Parfüm, Zahnpasta, Honig, Aloe vera und selbstgemachte Salben können das Gewebe reizen oder die Heilung beeinträchtigen. Starke Antiseptika sollten ebenfalls nicht eigenmächtig angewendet werden. Selbst verbreitete Produkte können die betroffene Stelle austrocknen und Zellen schädigen, die für die Regeneration der Haut wichtig sind.

Antibiotika- oder kortisonhaltige Salben sollten nur nach ärztlicher Beurteilung verwendet werden, weil nicht jede Rötung bakteriell verursacht ist. Auch eine Metallallergie, eine Verletzung oder die Bildung einer wulstigen Narbe kommen als Ursache infrage. Entzündungshemmende Medikamente sollten ebenfalls nicht ohne Beratung eingenommen werden, besonders bei Menschen mit Erkrankungen oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel.

Sehen Sie sich das vom YouTube-Kanal Viper Tattoo geteilte Video mit Hinweisen dazu an, was bei einem entzündeten Piercing zu tun ist.

Wann sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden?

Suchen Sie medizinische Hilfe auf, wenn die Rötung zunimmt, die Schmerzen stark werden, Eiter austritt oder Fieber, Schüttelfrost beziehungsweise ein Krankheitsgefühl auftreten. Schmerzhafte Piercings im Ohrknorpel müssen zügig abgeklärt werden, da dieser Bereich weniger durchblutet ist und Komplikationen entstehen können, welche Form und Struktur des Ohrs beeinträchtigen.

Holen Sie auch Unterstützung, wenn der Schmuck feststeckt, in die Haut einsinkt oder durch die Schwellung zu eng sitzt. Entfernen Sie ihn bei Verdacht auf eine Infektion nicht selbstständig, weil sich der Kanal schliessen und Sekret im Inneren einschliessen kann. Eine Fachperson kann beurteilen, ob der Schmuck verbleiben, ersetzt oder sicher entfernt werden muss.

Frühe Pflege verhindert eine Verschlimmerung

Um weitere Entzündungen zu vermeiden, wählen Sie ein vertrauenswürdiges Studio mit sterilisierten Materialien, geeignetem Schmuck und klaren Pflegehinweisen. Verzichten Sie während der Heilung auf Schwimmbäder, Seen und das Meer sowie auf Kosmetika direkt an der Einstichstelle. Bei Piercings im Mund sollten Sie besonders sorgfältig auf Mundhygiene achten und gut verträgliche Lebensmittel bevorzugen.

Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich werden. Kontrollieren Sie täglich Farbe, Schwellung und Ausfluss, reinigen Sie die Stelle sanft und suchen Sie bei jeder Verschlechterung ärztliche Hilfe. Wer die Anzeichen früh erkennt, kann die Haut schützen, Narben vorbeugen und verhindern, dass aus einer örtlich begrenzten Infektion ein deutlich grösseres Problem wird.

Comments

No comments yet. Be the first to comment!

Leave a Comment